HPV-Diagnostik im Praxisalltag
Die Bedeutung der HPV-Diagnostik nimmt in der gynäkologischen Versorgung stetig zu. Während der klassische HPV-DNA-Nachweis weit verbreitet ist, bietet der mRNA-Nachweis mittels APTIMA® einen entscheidenden Vorteil: Er detektiert nur diejenigen HPV-Typen, die aktiv am zellulären Transformationsprozess beteiligt sind.
Für niedergelassene Gynäkolog*innen bedeutet das eine höhere klinische Relevanz und eine deutlich präzisere Risikobewertung – besonders in Kontrollsituationen nach auffälligen Befunden oder persistierenden Infektionen.
Was unterscheidet DNA- von mRNA-Tests?
Reiner Virusnachweis vs. Nachweis der Virusaktivität
Ein HPV-DNA-Test weist lediglich das Vorhandensein eines Virustyps nach. Viele dieser Infektionen sind jedoch transient und klinisch unbedeutend.
Der APTIMA®-mRNA-Test dagegen zeigt, ob das Virus aktiv ist und Onkoproteine produziert, die tatsächlich zur Entstehung von Dysplasien beitragen können. Dadurch ist das Ergebnis enger mit dem tatsächlichen Erkrankungsrisiko verknüpft.
Wann ist mRNA-Diagnostik besonders sinnvoll?
Der mRNA-Nachweis bietet vor allem in Situationen mit unklaren oder grenzwertigen Befunden eine entscheidende diagnostische Orientierung.
Bei persistierenden HPV-Infektionen, wiederholt auffälligen PAP-Befunden (z. B. PAP III / IIID) oder diskrepanten Ergebnissen liefert die mRNA-Diagnostik Hinweise darauf, ob eine Infektion weiterhin aktiv ist – oder ob ein konservatives Vorgehen ausreichend sein kann.
Klinischer Vorteil: Höhere Spezifität
Viele Gynäkolog*innen kennen das Problem: HPV-DNA-Tests schlagen häufig an, obwohl kein relevanter Befund vorliegt. Das führt zu unnötigen Kontrollen, längeren Abklärungspfaden und Verunsicherung bei Patientinnen.
Der mRNA-Test weist eine höhere Spezifität auf und korreliert deutlich besser mit tatsächlich behandlungsbedürftigen Läsionen. Dadurch können Praxisabläufe effizienter gestaltet und unnötige kolposkopische Untersuchungen vermieden werden.
Richtlinien und evidenzbasierte Anwendung
Leitlinienkonforme Integration in Abklärungspfade
Die deutschen S3-Leitlinien betonen die Bedeutung einer risikoadaptierten Diagnostik. Der mRNA-Test fügt sich hier ideal ein, da er eine präzisere Einschätzung ermöglicht, ob eine HPV-Infektion persistiert oder regressionsfähig ist.
Zudem ist der mRNA-Nachweis ein wichtiges Werkzeug im Follow-up nach Therapie höhergradiger Dysplasien. Er hilft, frühzeitig zu erkennen, ob ein Rezidivrisiko besteht.
Was bedeutet der mRNA-Test für die Einweiserpraxis?
Für Einweiser*innen bietet der mRNA-Test vor allem eines: klare Entscheidungswege. Er hilft, Patientinnen korrekt zu triagieren, unnötige Schritte zu vermeiden und gleichzeitig relevante Fälle früh zu identifizieren.
Das führt zu einem strukturierten, nachvollziehbaren diagnostischen Ablauf und stärkt die Sicherheit im Praxisalltag – sowohl für die Ärztin/den Arzt als auch für die Patientin.
Integration ins Laborangebot
Unser Labor bietet den APTIMA®-mRNA-Test für 14 High-Risk-HPV-Typen an. Durch standardisierte Abläufe und enge Zusammenarbeit zwischen Zytologie, HPV-Diagnostik und Abklärungskolposkopie profitieren Einweiser*innen von konsistenten, klinisch verwertbaren Ergebnissen.
Vorteil für Ihre Praxis
Der diagnostische Mehrwert entsteht nicht nur durch die Testmethode selbst, sondern durch das Zusammenspiel mit einer klaren Befundstruktur und fallbezogenen Empfehlungen.
Fazit
Der HPV-mRNA-Nachweis stellt einen wichtigen Fortschritt in der gynäkologischen Diagnostik dar. Er liefert präzisere, klinisch relevantere Informationen als der klassische DNA-Test und unterstützt Ärzt*innen dabei, Abklärungs- und Kontrollpfade sinnvoll zu strukturieren.
Mehr Sicherheit im Praxisalltag
Mit dem APTIMA®-Test steht ein Werkzeug zur Verfügung, das sowohl Überdiagnostik reduziert als auch klinisch relevante Fälle zuverlässig identifiziert – und damit die Qualität der Patientenversorgung nachhaltig stärkt.


